Faszination Pferd: Warum lieben gerade Mädchen und Frauen Pferde so sehr?

Das ist wohl eine Frage, die sich die meisten stellen. Wie kommt es, dass ausgerechnet Mädchen und Frauen Pferde so sehr lieben? Während einige Mädchen nur eine „Pferde“-Phase durchmachen, sind andere wirklich leidenschaftlich mit Pferden auf ewig verbunden und werden später lebenslang Reiterinnen. Und das entscheidet sich meist im Teenageralter, wenn diese Mädchen die Jungs entdecken, denn dann müssen sie lernen, die verschiedenen Aspekte ihres Lebens unter einen Hut bringen können.

Was mich angeht, nichts konnte mich von meiner Liebe zu den Pferden abbringen.  Sicher, auch ich musste im Laufe meines Lebens Prioritäten setzen, aber irgendwie habe ich es immer geschafft meine Leidenschaft in mein Schul- und Berufsleben zu integrieren.  Es gibt keine eindeutigen Antworten auf die Frage, warum Mädchen von Pferden so beeindruckt sind, obwohl es sogar Studien darüber gibt, die sich mit dem Phänomen beschäftigt haben.

Dies sind einige der am häufigsten genannten Gründen, warum Mädchen von Pferden so angetan sind. Dazu gehört das Gefühl der Selbstbestimmung, die Beziehung zum Pferd, Abenteuer und Unabhängigkeit, Fürsorglichkeit, die Anmut und die Schönheit der Tiere und Sozialisierung:

Gefühl der Selbstbestimmung

Warum wir Pferde so sehr lieben, hat wohl auch viel mit Selbstbestimmung zu tun. Aus meiner Erfahrung würde ich dieser Sichtweise vollkommen zustimmen. Pferde sind große, kräftige Tiere, die aufgrund ihrer Größe schon manchmal einschüchternd wirken können. Das wird kaum jemand bestreiten. Vielleicht fühlen wir uns deswegen von dieser Kraft angezogen. Zu lernen, wie man ein 500 kg schweres Tier beherrscht und es dazu bringt, das zu tun, was man will und wann man es will, ist schon eine wirklich herausfordernde Aufgabe. Und Mädchen sind normalerweise daran gewöhnt, in der Gesellschaft beschützt zu werden, aber in der Zusammenarbeit mit den Pferden lernen sie ein großes Tier zu kontrollieren, über das die meisten Menschen nichts wissen und mit dem die auch nicht umgehen können. Uns geht es nicht um irgendwelche Machtspielchen oder Unterwerfung, sondern dabei, dass wir uns darauf konzentrieren, eine positive und liebevolle Beziehung zu dem Pferd aufzubauen. Das allerwichtigste für uns ist, dass das Pferd uns vertraut.

Die Beziehung zum Pferd

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen im Allgemeinen mehr Wert auf Beziehungen legen als Männer. Wir sind fähig zu allem eine Beziehung aufzubauen, sei es zu unseren besten Freund*innen, Kolleg*innen, Männer, Hund, Katze, Hamster, dem Schoko-Osterhasen, unserem Kuscheltier, etc. Frage doch mal eine Pferdebesitzerin nach ihrem Pferd, du wirst sehr schnell merken, dass sie eine innige Beziehung zu dem Tier hat. Es ist allgemein bekannt, dass Frauen einen Empathie Vorteil gegenüber Männern haben, da sie besser in der Lage sind, nonverbale Signale von Menschen und Tieren aufzunehmen. Dies bezieht sich direkt auf ihre Beziehung ihrem Pferd. Um ein Pferd dazu zu bringen, das zu tun, was man will, muss man das Pferd verstehen und die subtilen Zeichen lesen können, die es einem gibt. Eine Beziehung zu einem Pferd muss sich stetig entwickeln und gepflegt werden. Und das ist auch der Schlüssel zum erfolgreichen Umgang mit den Tieren und das Reiten.

Abenteuer und Selbstständigkeit

Unsere Pferde bieten uns ein Gefühl von Abenteuer, Flucht und Unabhängigkeit. Ein Pferd zu reiten bedeutet: Freiheit. Wir sind frei unsere eigenen Entscheidungen zu treffen und die Welt auf unsere Weise zu erkunden. Für uns, die es gewohnt sind, den ganzen Tag den Anweisungen anderer zu folgen, kann das Reiten auf einem Pferd das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung vermitteln, nach dem wir uns so sehnen.

Auf einem Pferd durch eine Wiese zu galoppieren und sich den Wind durch die Haare wehen zu lassen, ist die ultimative Fluchtmöglichkeit. Das gilt besonders für Mädchen im Teenageralter, die mit dem sozialen Druck der Schule und des Erwachsenwerdens konfrontiert sind. Es gibt nichts Besseres, als auf ein großes Tier zu steigen, das man liebt, und in die Ferne zu reiten, um den Stress der unangenehmen Teenagerjahre abzubauen, mit denen viele konfrontiert sind. Ich spreche aus eigener Erfahrung: Meine Mutter hat mich oft am Stall einfach abgesetzt oder ich bin mit dem Bus hingefahren und ich konnte mich den ganzen Tag lang um mein Pony kümmern und ausreiten, wohin ich wollte. Ich habe so viel von diesem Gefühl der Freiheit und des Abenteuers gelernt, dass ich es mein ganzes Leben lang beibehalten habe.

Fürsorglichkeit

Fürsorge – dies ist wohl ein weiterer Grund, denn die fürsorgliche Rolle wird uns Frauen in unserer Gesellschaft automatisch zugewiesen. Trotz ihrer Größe sind Pferde recht bedürftige Tiere, die besondere Pflege und Aufmerksamkeit verlangen. Pferde müssen halt jeden Tag gefüttert, getränkt, gepflegt werden, brauchen Gesellschaft und müssen beschäftigt werden. Und das wird oft liebend gerne von Frauen übernommen.

Die Anmut und Schönheit der Tiere

Pferde sind einfach wunderschöne Tiere, das weiß jeder. Wusstet ihr, dass Pferde die größten Augen aller Landsäugetiere haben? Ein Blick in diese Augen und man ist sofort von dieser Schönheit und Anmut angezogen.

Sozialisierung

Das ist wohl eine weiter Erklärung dafür, warum wir für Pferde eine Leidenschaft entwickeln. Während man Jungs eher mit Autos, Flugzeugen und dem ganzen anderen technischen Kram eher eine Freude machen kann, bekommen Mädchen Pferdebücher, rosa Einhörner und Plüschponys geschenkt. Und auch wenn Mädchen einen Reitstall oder Ponyhof besuchen, dann sind die höchstwahrscheinlich zu 90% von anderen Mädchen und Frauen umgeben. Die Jungs, die sich dort aufhalten kann man an einer Hand abzählen. Das ist wohl ein weiterer Grund, warum wir Mädchen Pferdeverrückt sind.

Zusammenfassung

Warum Frauen oft so Pferdeverrückt sind ist wahrscheinlich von Mädchen zu Mädchen verschieden. Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass das Gefühl der Selbstbestimmung, die Beziehung zum Pferd und der Sinn nach Abenteuer und Unabhängigkeit die größte Rolle dabei spielen. Natürlich hat jeder seine eigenen Gründe, warum man Pferde so sehr liebt.

-Ein Reiter ist eben nie allein, er spürt immer das andere Wesen, das geheimnisvolle, aber auch verständliche Lebewesen, das das Pferd ist.-

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