-Kuchen wird in Frankreich immer mit einem Dessertlöffel gegessen. Warum? Das ist doch so unpraktisch, wenn man so eine Mürbeteigkruste mit dem Löffel zerkleinern muss. Mit einer Kuchengabel geht’s doch viel besser. Undenkbar in Deutschland eine Schwarzwälder Kirschtorte mit dem Löffel zu essen. Liebe Franzosen, macht das nicht! Das wäre ungefähr so, als wenn wir den guten Champagner aus dem Plastikbecher trinken würden.
-Wenn man in Paris oder in größeren Städten in Frankreich mit der Metro zur Arbeit fährt, bekommt man immer die „20 minutes“ in die Hand gedrückt. Das ist eine kostenlose französische Zeitung, wo immer die wichtigsten Nachrichten des Tages drinstehen. Ich fand das immer ganz gut, da hatte man auf dem Weg zur Arbeit immer was zu lesen.
-Beim Braten benutzen die meisten Franzosen meist immer Butter, dafür nehmen sie meist immer die beurre salé (gesalzene Butter). Wobei im Süden des Landes nehmen die dann doch eher Öl, sozusagen hinter dem Öl-Butter-Äquator.
-Die Franzosen nehmen niemals das letzte Stück Kuchen, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Keine Ahnung warum, sind die zu schüchtern zu fragen oder ist, dass der Anstandshappen, den man üblicherweise für den Gastgeber noch übriglässt? Mir tut das letzte Stück Kuchen immer so leid, wenn es da auf dem Teller so einsam daliegt. Daher nehme ich es mir oft. Und bisher habe ich nicht das Gefühl gehabt, das es unhöflich war. Ich werde ja immer wieder eingeladen.
-Zebrastreifen. Gehe niemals davon aus, dass der französische Autofahrer dort anhält und die Fußgänger rüber lässt, es ist auch nicht verpflichtend anzuhalten. Du musst denen schon ein Zeichen geben, dass du gerne rüber möchtest. Am besten setzt du einen Fuß auf die Straße und hoffst, dass der Autofahrer netterweise anhält.
-Radfahrer. Die Radfahrer halten sich in Paris an keine Regeln, die fahren, wie es ihnen beliebt ist. Das liegt eventuell daran, dass es in Paris gar keine Daseinsberechtigung von Radfahrern gibt. Zumindest nicht für die Autofahrer.
-Wenn du irgendwo in Deutschland bei jemanden zuhause zu Besuch bist, dann zieht man meistens die Schuhe aus oder man fragt zumindest aus Höflichkeit, ob man die Schuhe ausziehen muss. In Frankreich ist das unüblich, da lässt du einfach die Schuhe an und du fragst einfach nicht danach.
-In Frankreich ist es absolut akzeptiert aufs Männerklo zu gehen, wenn die Schlange am Damenklo mal wieder ellenlang ist. Wobei es in einigen Restaurants oder Bars oder Clubs oft auch nur ein Klo gibt, wo beide Geschlechter dann draufgehen. Was in Deutschland gar nicht geht, zumindest wird man etwas schief angeguckt. Meiner Meinung nach ist die Unterscheidung von Herren- und Damenklos überflüssig, denn im Flugzeug zum Beispiel teilt man sich ja auch ein Klo.
-Franzosen haben selten Wasser dabei, da man überall Wasser kostenfrei bekommt. Egal ob du im Restaurant was zu essen, einen Kaffee oder ein Eis bestellst, überall bekommst du immer ein kleines Glas Wasser dazu.
– In Frankreich zahlt man sehr gerne mit Kreditkarte („carte bancaire). Die EC/Maestro-Karte („carte bleue“) wird zwar auch oft akzeptiert, da kann es aber oft zu Komplikation zu kommen. Wobei man an den meisten Geldautomaten problemlos Bargeld abheben kann. Oder du zahlst mit ApplePay, aber da variiert die Akzeptanz selbst in den Großstädten, ähnlich wie in Deutschland. Da sind wahrscheinlich nur die Skandinavier uns noch weit Vorraus.
-Ach ja, noch was, dass aufdröseln der Rechnung im Restaurant macht man in Frankreich nicht. Es zahlt immer einer die gesamte Rechnung beim Kellner und später teilt man die Summe durch die Anzahl der Leute – egal wieviel jeder einzelne konsumiert hat.

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