Reiterinnen – Sweet but Psycho

Wer reitet oder mit Pferden zu tun hat, hat oft einen kleinen Schaden oder ein Trauma, das er mit Hilfe der Pferde aufarbeitet. Das trifft zumindest auf mich zu, und ich sehe es auch bei vielen anderen. Ganz ehrlich, wer reitet, ist auch ein bisschen lebensmüde.

Ich bin teils Jagdreiter und Springreiter, und allein auf diese Idee muss man erst mal kommen. Es macht mir riesigen Spaß, auf einem 500-600 Kilo schweren Tier zu sitzen, das seinen eigenen Kopf hat und viel stärker ist als ich. Ein Fluchttier, dessen Vertrauen man sich hart erarbeiten muss, ohne seine Sprache zu sprechen, und dann galoppiert oder springt man mit ihm durchs Gelände oder in der Halle. Das Tier hat dich in der Hand und kann mit dir machen, was es will.

Manche Leute kaufen sich ein Pferd als Investition oder machen ein Geschäft daraus, aber das ist sehr riskant. Ganz ehrlich, dann investiere lieber in ETFs oder Aktien oder kaufe dir ein altes Auto, das man wenigstens reparieren kann. Ein Tier ist nicht so einfach zu “reparieren”. Reiten kann eine wahre Geldverbrennungsmaschine sein, wie ein Verbrennungsmotor.

Warum entscheidet man sich also dafür zu reiten? Die Liebe zu den Pferden, das Freiheitsgefühl – es ist einfach schön. Ich liebe das Adrenalin bei der Jagd, das ist einfach das Beste überhaupt. Aber seien wir ehrlich, jeder Pferdemensch hat auf seine Art und Weise einen kleinen Schaden. Jeder kennt diese Pferdeleute, die irgendwie komisch sind, die ihr Pferd haben wie andere Leute einen Hund oder eine Katze. Aber ein Pferd frisst viel mehr Heu – und damit meine ich Geld. Was man in der Reiterszene erlebt, darüber könnte man Bücher schreiben.

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