Tipps für den Pferdekauf

Du überlegst dir dein Traum vom eignen Pferd zu erfüllen? Bevor du los gehst solltest du dir vorab ein paar Gedanken machen und für dich selbst einiges abklären.

Ich erlebe es nämlich immer wieder, dass Eltern ihren Kindern ein Pony oder ein Pferd kaufen, weil sie sich es so sehr wünschen. Und gerade jetzt zu Corona-Zeiten ist der Wunsch noch größer, aber so ein unüberlegter Pferdekauf ist weder gut fürs Tier noch für den Besitzer. Und wenn man sich erstmal für ein Pferd entschieden hat, dann hat man es auch für 20-30 Jahre.

Und mit dem Anschaffungspreis allein ist es ja sowieso nicht getan. Stallmiete, Futter, Zubehör, Hufbearbeitungskosten, Tierarztkosten (Regelmäßige Impfung, Entwurmung, …) sind insgesamt eine große Anzahl der laufenden Kosten. Natürlich kommt es darauf an in welcher Stadt du wohnst, aber mit 500 bis 800 Euro Fixkosten im Monat musst du mindestens rechnen und da ist viel Luft nach oben. Nicht zu vergessen, die unvorhergesehenen Ausgaben, wie z.B. eine Verletzung oder eine Kolik des Tieres oder das Auto streikt mal wieder, Waschmaschine kaputt (Und die ist wichtig, ein Reiter hat jeden Tag große Wäsche). Das sind alles Sachen, die mit einkalkuliert werden müssen.

Sprich: Die berühmte Keksdose sollte stehts gut gefüllt sein, denn sie ist im Schadensfall Gold wert.

Hier sind einige Fragen, die du dir stellen solltest:

1. Bist du für ein eignes Pferd qualifiziert genug?

Pferd kaufen ist nicht gleich Pferd reiten. Das heißt, reicht dein Wissen und Können in Bezug auf Pferdehaltung, Pferdepflege und Reiten. Optimal ist es, wenn du bereits ein Reitabzeichen gemacht hast.

2. Wie sieht es zeitlich bei dir aus?

Der Zeit- und Arbeitsaufwand darf nicht unterschätzt werden! Hast du Freunde und Familie die hinter dir stehen? Hast du schon mal daran gedacht dein Pferd mit einer RB (Reitbeteiligung) zu teilen? Das würde dir natürlich nicht nur finanziell helfen, sondern es gibt dir die Freiheit einen Urlaub zu planen, gibt dir Zeit für andere Hobbies und ein weiterer Vorteil du kannst im Krankheitsfall immer auf deine RB zählen.

3. Was für ein Pferd willst du dir anschaffen?

Ein Pferd muss zu dir passen. Reitest du lieber Western oder Englisch? Bei Westenpferden wäre z.B. das Quarterhorse vorteilhaft. Gehst du lieber Dressur- oder Springreiten, dann wäre wohl ein Warmblüter, z.B. ein Trakehner oder Hannoveraner das beste für dich.

5. Wo kauft man am besten ein Pferd?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo man ein Pferd kaufen kann:

Pferdemarkt:

Was früher der Straßenverkauf war, ist heute in Zeiten der Digitalisierung der Onlinemarkt. In vielen verschiedenen Portalen werden Pferde von Züchtern, Händlern oder Privatpersonen angeboten.

Züchter / Gestüt:

Der Besitzer kennt das Tier von Geburt an und kann dir viel über den Lebenslauf und Charakter des Pferdes erzählen. Die Eltern des Pferdes sind ebenfalls bekannt und können bestenfalls vor Ort besichtigt werden. Und ein seriöser Züchter legt viel Wert darauf, dass sein Liebling in gute Hände kommt.  

Pferdehändler:

Dabei geht es ganz klar um Vermarktung. Der Händler kauft ein, nimmt in Zahlung und verkauft weiter. Ein Risiko.

Sonstige:

Es werden aber auch oft gute Pferde über einen Aushang im Reitstall oder in Reitsportgeschäften angeboten. Örtliche Kleinanzeigen oder einfach über Mundpropaganda sind viele Reiter auch zu ihrem Traumpferd gekommen.

Und wenn du ein Pferd gefunden hast und zum ersten Mal zu einem Besichtigungstermin gehst, dann sei immer 10-15 vor dem eigentlichen Termin da, schau dich ein wenig unauffällig auf dem Gelände um und lasse dir das Pferd in deinem Beisein aus der Box führen. Wenn möglich nehme auch gerne deinen Trainer zu dem Termin mit.  

Diese wichtigen Punkte sind bei einer Besichtigung zu beachten:

1. Futterzustand des Tieres und Haltungsbedingungen

2. Körperbau

3. allgemeine Beweglichkeit

4. Hufe

5. Gelenke

6. Verhalten

7. Pferdepass und Impfpass vorhanden (Eintragungen begutachten)

Wichtig ist auch dass man dir das Pferd vorreiten lässt. Wenn es noch zu jung ist (z.B. noch ein Fohlen), dann wird es meist mit der Mutter in der Halle vorgeführt. So kann man die Bewegungsabläufe am besten beurteilen.

Dann nähere dich selbst deinem Wunschpferd an, macht euch miteinander vertraut. Die Sympathie entscheidet, ob ihr ein gutes Team werdet. Ein Pferdekauf ist auch immer eine Herzensangelegenheit.

Und wenn das alles stimmig ist, dann beauftrage ruhig noch einen Tierarzt deines Vertrauens und kläre ab, ob dein Wunschpferd auch als zukünftiges Turnierpferd, den hohen Belastungen standhalten kann.

Und zum Schluss, für die Kaufvertrags Angelegenheiten frage den Anwalt deiner Familie um Rat. Es gibt aber auch Anwälte, die sich aufs Pferderecht spezialziert haben. Dann würde ich dir noch ans Herz legen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, die auch für Reiter geeignet ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: