Wo sind die Männer im Reitsport?

Männer sind eher eine seltene Spezies im Reitsport. Warum ist das so? Andererseits gibt es ja schon Männer im Spitzenreitsport und trotzdem dominieren die Mädchen und Frauen die Pferdeställe. Das schon irgendwie widersprüchlich.

Das liegt wohl daran, dass sich die meisten Jungs sich eher für Fußball oder Autos interessieren. Wobei im Alter von 3-6 Jahren haben Jungs und Mädchen noch die gleiche Herangehensweise an Pferde bzw. Ponys. Sobald aber die Schule anfängt trennen sich die Geschmäcker und Wege. Die Mädchen bleiben meist dabei, wohingegen die Jungs sich mehr für die angeblich „männlichen“ Sportarten beginnen zu interessieren und lieber mit den Kumpels auf dem Bolzplatz abhängen, als in den Reitstall zu gehen. Wer als Junge noch in den Reitstall geht, wird ganz als Weichei abgestempelt.

Kein Wunder, dass man im Reitstall nur Mädchen und Frauen sieht. Und wenn sich dann schon mal ein Junge im Reitstall blicken lässt, dann stehen da die Mädchen, die sich über seine ungeschickten Bemühungen und Reitversuche kaputtlachen, offensichtlich für Jungs ein unerträgliches Szenario.

Beim Bürsten, Putzen, Streicheln kommt bei den Mädchen der weibliche Brut-und Pflegetrieb zum Vorschein. Aber was ist so schlimm daran, wenn Jungs das Gleiche tun und mit dem Pferd kuscheln und Küsschen geben? Dabei ist es mit Jungs doch gleich viel lustiger im Pferdestall. Und es geht hier nicht ums flirten, aber manchmal sind ein Haufen Mädchen einfach nur langweilig. Jungs sind zudem eher bereit auf Entdeckungstour mit den Pferden durch den Wald zu gehen, Abenteuer zu erleben und Kunststücke auszuprobieren als es Mädchen tun.

Ich bin daher wirklich dafür die Quoten für Jungs in Reitställen zu erhöhen. Vielleicht sollte man den „Quotenmann“ im Reitsport einführen. Dafür muss aber einiges getan werden, dass er sich auch wohl fühlt. Damit auch mehr Jungs mehr Spaß haben muss man ihm als allererstes das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Und es kann ja auch wirklich nützlich sein eine starke Hand im Stall zu haben. Und wir tun den Jungs ja auch einen Gefallen damit, er hat damit eine verantwortungsvolle Position gewonnen und wir eine neue Hilfskraft für schwerere Arbeiten gefunden. Dadurch wächst sein Vertrauen und sein Wertegefühl und dann kommt er auch gerne in den Reitstall und das ist auch wichtig für seine persönliche Entwicklung.

Wir verlangen ja jetzt nicht das die Jungs Dressurreiter werden, denn es gibt ja noch andere Disziplinen, wie z.B. das Springreiten, Renn-und Fahrsport und das Westernreiten. Das Westernreiten ist beim männlichen Reitern im Übrigen sehr beliebt, da geht es nicht nur viel um Geschicklichkeit und Tempo; sondern es bezieht sich ja auch auf die Arbeitsweise der Cowboys. Und welche Junge möchte nicht einmal im Leben ein Cowboy sein? Cowboys sind cool. Aber auch der Fahrsport erfüllt viele Kriterien, die bei Jungs sehr geschätzt sind, wie: Geschwindigkeit, Action, Rasanz, Abenteuer und Gruppenerlebnis.

Der Reitunterricht muss einfach für alle, Jungs und Mädchen, zugänglich sein. Daher sollten sie gemeinsam in Reitgruppen unterrichtet werden.

Ich finde es ist wichtig, den Reitstall zu einem Ort zu machen, in dem Jungs und Mädchen, gleichermaßen viel Zeit verbringen können und dass sich beide wohlfühlen. Jeder Reitstallbesitzer sollte sich bewusst sein, dass man dort auch bestimmte Werte und Verhaltensmuster vermittelt bekommt, die man fürs Leben beibehalten kann.

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