So unterschiedlich hyggelig feiert man Weihnachten in Europa

Das Weihnachtsfest in Europa ist so vielfältig, wie der Kontinent selbst. Ist es da ein Wunder, das es auch so unterschiedlich gefeiert wird? Wenn man viel im Ausland gelebt hat, dann bekommt man schon mit, wie das Fest dort begangen wird. Schließlich taucht man allein schon durch Freundschaften, die man der neuen Heimat geschlossen hat, automatisch in deren Kultur und Gewohnheiten ein. Und falls du auch mal im Ausland leben möchtest und du dich damit auf das schönste Fest des Jahres einstimmen kannst, habe ich einen Überblick zusammengefasst, wie man Weihnachten in einigen Ländern feiert.

Eines haben aber alle europäischen Kulturen gemeinsam, sie alle feiern Christis Geburt. Das Fest ist also ein christliches religiöses. Teilweise sind vorchristliche Winter- und Lichtbräuche hinzubekommen. Welche das sind, lest ihr im Folgenden:

Vorfreude überall.

In Deutschland: Die Weihnachtszeit beginnt hier zum 01. Advent. Überall eröffnen die Adventsmärkte, die Theater bieten für die Kinder Weihnachtsstücke an und es werden viele Backveranstaltungen angeboten, wo die Kinder Plätzchen backen können. In vielen deutschen Familien hängt ein Adventskalender, der besonders für die Kinder die Zeit des Wartens versüßen soll. Hinter den Türchen verstecken sich die unterschiedlichsten Überraschungen. Von Schokoladen, Bilder über Rätsel bis hin zu Spielzeug – alles ist möglich. Und ganz traditionell hat jede Familie einen Adventskranz zu Hause stehen. Die vier Kerzen werden nacheinander angezündet – an jedem Adventssonntag eine.

Am 06. Dezember feiern die Deutschen dann noch den Nikolaustag, der den Kindern Süßigkeiten, Äpfel, Nüsse und ein kleines Geschenk in die Schuhe legt, während sie schlafen. Für die unartigen Kinder gibt’s von Knecht Ruprecht eine Rute. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass das je praktiziert wurde. Was kann ein Kind schon großartig böses anstellen, dass es eine Rute verdient.

In Frankreich: Bei den Franzosen spielt die Vorweihnachtszeit keine große Rolle, obwohl überall in den Städten hübsch dekoriert wird und es dort auch den oder anderen Adventsmarkt gibt, die einen aufs Weihnachtsfest einstimmen.

In Skandinavien: In unseren Nachbarländern im Norden beginnt die Weihnachtszeit auch am 1. Adventssonntag. Es heißt dort Julfest. Und am 13. Dezember feiern die Skandinavier das Lucia Fest. Da verkleidet sich meist die älteste Tochter der Familie als Lucia. Sie trägt dann ein langes, weißes Kleid, ein rotes Samtband um den Bauch und ein Preiselbeeren-Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Das Fest wird in Kindergärten und Schulen weitergefeiert, wo auch andere Mädchen und Jungen weiße Gewänder tragen, eine Kerze in der Hand halten und Lieder singen.

Adventsmärkte

In Deutschland: Bei uns freut sich jeder drauf in der Vorweihnachtszeit über die Adventsmärkte zu schlendern, um von Stand zu Stand all die Weihnachtsleckereien zu probieren, Weihnachtsdeko zu kaufen und Glühwein zu trinken. Die Weihnachtsmärkte sind auch im Ausland sehr bekannt. Die berühmtesten Märkte sind die am Kölner Dom, der Christkindlmarkt in Nürnberg, der Striezelmarkt in Dresden und der Weihnachtsmarkt auf Schloss Emmeram in Regensburg.

In Frankreich: Obwohl ja die Franzosen die Geselligkeit lieben und jede Gelegenheit zum Treffen mit Familie und Freunden nutzen, ist es etwas verwunderlich das sich die Weihnachtsmärkte dort relativ langsam verbreiten. Der Marché de Noël ist z.B. im Elsass schon lange zu finden. Aber mittlerweile findet man sehr schöne Märkte in jeder großen Stadt, wie Paris oder Straßburg, etc., wobei mir die Märkte in kleineren Orten dort besser gefallen.

In Skandinavien: Auch im Norden gibt’s Weihnachtsmärkte, die am bekanntesten und größten davon sind, wohl in der schwedischen Hauptstadt in Stockholm. Alle anderen sind eher Weihnachts-Bazare, wo man typische Dekoration und Glühwein trinken und Zimtschnecken essen kann.

Der Weihnachtsbaum

Ursprünglich wurde der Weihnachtsbaum im Elsass erfunden und wurde von dort aus erst in ganz Europa und dann in aller Welt zur Tradition. In allen Ländern wird der traditionell am 24.12. (Heiligabend) aufgestellt und geschmückt.

 Der Heiligabend

In Deutschland: Hier feiert man am 24. 12, 25.12 und 26.12. Weihnachten. Am Heiligabend sind die Geschäfte noch Vormittags geöffnet und es werden noch die letzten Sachen eingekauft und alles für die Feier am Abend vorbereitet. Zuhause wird der Baum im Wohnzimmer aufgestellt und gemeinsam geschmückt, dabei werden Weihnachtslieder gesungen, musiziert oder Gedichte aufgesagt. An Nachmittag geht’s dann nochmal zur Kirche. Und bevor es aber ans Geschenke auspacken geht, wird vorher noch gegessen.  

In Frankreich: Hier beginnt das Weihnachtsfest oft erst am Abend, da der Heiligabend ein normaler Werktag ist. Kinder gehen noch zur Schule, die Erwachsenen gehen arbeiten. Und die Geschäfte haben auch alle noch bis abends geöffnet. Am frühen Abend trifft man sich mit der ganzen Familie und dann geht man gemeinsam zur Mitternachtsmesse. Danach wird sehr opulent gegessen und gefeiert. Geschenke dürfen erst morgens am 25.12. ausgepackt werden. Am 25.12. endet damit Weihnachten.

In Skandinavien: Am 23.12. wird alles für den Heiligabend vorbereitet. Die Skandinavier glauben an Hauswichtel und bedanken sich bei ihnen, indem sie eine Schüssel Milchbrei vor die Tür stellen. Dann am 24.12. gehen sich die Familien gegenseitig besuchen. Bevor es ans Geschenke auspacken geht, wird gegessen. Und während man Geschenke auspackt, trägt man als Danke schön Julklapp-Reime vor. Außerdem ist es Brauch Fenster und Türen offen zu lassen, sodass Nachbarn und Freunde kleine Geschenke in das Haus legen können.

Wer bringt die Geschenke?

Deutschland: Norddeutschland: Der Weihnachtsmann. Süddeutschland: Das Christkind. Frankreich: Père Noël Skandinavien: Der Weihnachtsmann, der Julbock und 3 Kobolde.

Leckeres Essen

In Deutschland: Was gegessen wird, das kommt immer ganz auf die Familie an. Viele schwören auf Kartoffelsalat mit Würstchen, anderen hingegen tischen ganz groß auf und servieren traditionell Gänsebraten oder Ente, aber auch Raclette oder Fondue sind sehr beliebt. Was aber auf keiner Weihnachtstafel in Deutschland fehlen darf sind Lebkuchen, selbstgebackene Plätzchen und Christstollen.

In Frankreich: Wie soll es auch anders sein, das Essen fällt an Heiligabend sehr üppig aus. Das Festessen beginnt mit Canapés, die mit Gänseleber oder Lachs belegt sind. Als Hauptspeise folgen Austern, Muscheln oder Fischterrine. Beliebt sind aber auch Wild oder Geflügel, wie Truthahn/Poularde mit Kastanien und Äpfeln). Die Käseplatte bildet den Abschluss des Hauptgangs. Der Nachtisch, der „Bûche de Noël“, darf auf keinen Fall fehlen. Auch Eis, Schokoladen-Desserts oder Gebäck werden gerne serviert. Während des Essens wird viel Champagner getrunken.

Außerdem gibt’s noch eine kleine Besonderheit, die überall auf dem Tisch liegen. Das sind die Papillote, das sind kleine Schokobonbons in Gold- und Silberpapier eingewickelt. In jedem Bonbon findet man eine kleine Nachricht, ein Zitat oder ein Witz (ein bisschen wie ein Glückskeks, nur leckerer).  

In Skandinavien: Zu Weihnachten serviert man ein Julbord, das ist ein skandinavisches Büffet mit unglaublich vielen Leckereien. Das beinhaltet folgende traditionelle Gerichte: Hering in Dill-, Curry- oder Senfsauce – ganz viele verschiedene Sorten Lachs, Meeresfrüchte, Krabben, Räucheraal, Köttbullar, Prinskorv (das sind kleine geräucherte Würstchen) und der berühmte Julskinka (Weihnachtsschinken) und als Nachspeise gibt’s, Eiskonfekt, Früchte, Nüsse und typische Weihnachtsplätzchen.

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