Schwarzwälder Blondinen – gutmütig, intelligent und neugierig

Der Schwarzwald ist berühmt für seine leckeren Sahnetorten und nervigen Kuckucksuhren, aber was viele vielleicht nicht wissen es gibt da noch eine ganz besondere Spezialität, die die Region zu bieten hat: hübsche Kaltblutpferde, auch bekannt als Schwarzwälder Füchse, die besonders bei Freizeitreiter beliebt sind. Das liegt an ihrer handlichen Größe, ihren attraktiven Äußeren und Gutmütigkeit. Kaum zu glauben, dass diese wundervollen Pferde immer noch auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen stehen, obwohl es mittlerweile über 700 eingetragene Zuchtstuten und 31 gekörte Hengste allein im Heimatland Baden-Württemberg gibt, um den Fortbestand der vielseitigen und edlen Rasse zu sichern.

Trotz des kaltbluttypischen ausgeglichenen Charakters und ihrer Gutmütigkeit sind Schwarzwälder Füchse erstaunlich temperamentvoll. Mit ihrem lebhaften Auftreten und den ausdrucksvollen Augen haben sie eine große Ausstrahlung. Viele Schwarzwälder haben eine sehr gute Galoppade und können auch dressurmäßig gefördert werden. Ihre Eignung als Reitpferde liegt wohl daran, dass die Bauern sie nicht nur als Zugpferd, sondern auch als Reittier benutzt haben – schließlich waren sie oft das einzig mögliche Fortbewegungsmittel auf den steilen Wegen im Schwarzwald. Auch ihre handliche Größe liegt in den Gegebenheiten der Region begründet: Bei der Arbeit auf Bergwiesen und beim Holzrücken in steilen Hanglagen brauchte man kein massiges Kaltblut, sondern ein eher kompaktes, wendiges und doch starkes Zugtier.

Ein kurzer, edler Kopf, ein kräftiger Hals mit für Kaltblüter recht feingliedrigen Gelenken und harten Hufen, eine stark bemuskelte Kruppe und raumgreifende Gänge – so lautet das Zuchtziel. Am beliebtesten sind heute die ganz dunklen, kastanienbraunen bis kaffeefarbenen Füchse mit möglichst hellem Langhaar. Diese Vorliebe der Käufer führt leider manchmal dazu, dass Züchter für ihre Stute nicht den Hengst aussuchen, der vom Körperbau und Charakter her am besten passen würde, sondern einen, der am sichersten die dunkle Fuchsfarbe oder Größe vererbt. Wie für alle anderen Rassen gilt allerdings auch für den Schwarzwälder, dass man auf der Farbe nicht reiten kann – sie sollte höchsten das Tüpfelchen auf dem i sein. Eine behutsame Anpassung der Zucht an die Erfordernisse des Marktes ist sicher vertretbar und wird vom Zuchtverband auch angestrebt.

KURZ ZUR GESCHICHTE DER RASSE

Historische Quellen belegen, dass die Ursprünge der Zucht mindestens 600 Jahre zurückliegen. Beeinflusst wurde sie durch spanische, französische und kroatische Pferde, die in verschiedenen Kriegen mit berittenen Soldaten in den Schwarzwald kamen. Mit dem Aufschwung von Handel und Gewerbe im 19. Jahrhundert erreichte die Schwarzwälder Zucht ihren Höhepunkt. Auf einer der wichtigsten Frachtstrassen durch den Schwarzwald fuhren täglich bis zu 100 Fuhrwerke. Die Hengste, die sich in diesen Gespannen bewährten, wurden besonders gern für die Zucht eingesetzt.

Das Schwarzwälder Kaltblut, Schwarzwälder Fuchs oder von den Einheimischen liebevoll Wälderpferd genannt ist eine Pferderasse, die durch ihren liebevollen Charakter, ihre Stärke, ihre kraftvolle Eleganz und nicht zuletzt durch ihr beeindruckendes Erscheinungsbild in ihren Bann zieht. Einfach ein tolles Pferd!

Foto: siehe Quelle

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